Überbieten beim Spielen – Frage zu Schafkopf Regel

Am 01.11.2009 wurde diese Frage gestellt:

Sehr geehrter Herr Mohl,
wir hatten uns bei Schafkopfen letzte Woche ziemlich in der “ Wolle „.
Situation: Manfred überlegt einen Herzsolo zu spielen, traut sich nicht und sagt anschliessend “ ich rufe eine Farbe „.
Dieter ( einen Platz hinter Manfred ) sagt daraufhin “ ich spiele einen Wenz „. Daraufhin sagt Manfred
“ dann spiele ich doch meinen Farbensolo „, überbietet also Dieter.
Unsere Meinungen gingen dahin auseinander, da Manfred nicht gesagt hat, ich spiele nicht und gebe weiter, hat er das Recht zu überbieten. Andere sagen, er weiss jetzt mehr über die Kartenverteilung, da er weiss, wo die Buben sitzen und spielt dann doch, daher ist es nicht korrekt im Nachhinein zu überbieten.
Bin gespannt auf Ihre Antwort.
mit freundlichen Grüssen
Dieter B.

1 Kommentar

  1. Hallo Herr B.,

    Manfred darf sein Herzsolo spielen, da er bei der Spielankündigung grundsätzlich zum Ausdruck gebracht hat, dass er spielen möchte. Deswegen darf er auch einen anderen, der ebenfalls spielen möchte, überbieten. Diejenigen, die am Anfang gesagt haben, dass sie nicht spielen möchten, haben natürlich nicht mehr die Möglichkeit, jemanden zu überbieten. (sonst hätten sie ja gesagt, dass sie spielen möchten…)

    Grundsätzlich läuft die Spielansage wie folgt: Reihum wird zunächst geklärt, wer überhaupt spielen möchte und wer nicht, das konkrete Spiel wird dabei eigentlich noch nicht angesagt.

    Bsp.: Spieler 1,2 und 3 haben kein Spiel und sagen dementsprechend „Weiter“. Spieler 4 hat ein Spiel, und bringt das auch zum Ausdruck, indem er sagt: „Ich spiele!“. Da nun geklärt ist, dass nur ein Spieler spielen möchte, sagt dieser daraufhin, welches konkrete Spiel er hat.

    Wenn nun zwei Spieler spielen möchten, können diese sich gegenseitig überbieten. Dabei gibt es eine feste Reihenfolge, nach der geregelt ist, wer letztendlich spielt. Haben zwei Spieler ein Sauspiel, gilt „First come, first serve“. Ein Sauspiel kann also nur von einem Solo-Spiel (Wenz, Geier, Sticht) überboten werden. Da ein Wenz weniger zählt als ein Sticht, darf derjenige, der das Sticht (in unserem Fall: Herzsolo) ansagt, spielen.

    Zum konkreten Beispiel: Dieter und Manfred haben zunächst bekundet, dass sie spielen möchten. Manfred möchte ein Sauspiel spielen. Dieter sagt daraufhin, dass er einen Wenz auf der Hand hat. Manfred überbietet ihn nun mit seinem Herzsolo, was er natürlich darf. Letztendlich hat Manfred Recht und spielt sein Herzsolo, weil ein Herzsolo bei der Spielansage höher gewichtet ist als der Wenz.

    Dieter hätte nun die Möglichkeit gehabt, Manfred mit einem Wenz Tout (alle Stiche) zu überbieten. Das hat er aber nicht getan, weil er wohl sonst tief in die Tasche hätte greifen müssen…

    Viele Grüsse
    Melvin

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