Das Davonlaufen beim Schafkopfen

Grundsätzlich muss bei einem Sauspiel die gerufene Sau zugegeben werden, wenn die dazugehörige Farbe angespielt wird. Ist beispielsweise ein Sauspiel mit der Bums (Schellen Sau) angekündigt und ein Spieler, der diese Sau nicht besitzt, spielt eine Karte in Schellen an, so muss derjenige, der die Schellen Sau auf der Hand hat, sie auch zugeben. Deswegen spricht man in dieser besonderen Konstellation auch von dem „Suchen“ der gerufenen Sau. Wenn die gerufene Sau gesucht wird, muss sie unbedingt von dem zugegeben werden, der sie auch hat. Aber aufgepasst: Diese Regel gilt nur für die gerufene Sau, wenn eine andere Farbe angespielt wird, ist es nicht verpflichtend, die entsprechende Sau zuzugeben!!!

In diesem Zusammenhang gibt es allerdings eine kleine Ausnahme: Besitzt ein Spieler neben der gerufenen Sau noch mindestens drei weitere Karten der gleichen Farbe, so kann er, wenn er als „erster“ herauskommt, „davonlaufen“. Beim „Davonlaufen“ kann der Spieler „unten herauskommen“, was so viel bedeutet, dass er nicht die gerufene Sau ausspielt, sondern eine andere Karte der gerufenen Farbe. „Davonlaufen“ kann man wie gesagt aber nur dann, wenn man der Ausspieler ist. Ist man nicht der Ausspieler und ein anderer sucht die gerufene Sau, so ist man in der Pflicht, die gesuchte Sau zuzugeben!

Das Davonlaufen kann beim Schafkopf sehr nützlich sein!

Hin und wieder kann es sehr nützlich sein, dass der Spieler mit der gerufenen Sau vom „Davonlaufen“ Gebrauch macht. Denn von den Farben Gras, Schellen und Eichel gibt es in einem Sauspiel nur jeweils sechs Karten, die nicht zu den Trümpfen zählen (Sau, Zehner, König, 9er, 8er, 7er). Hält also der Spieler mit der gerufenen Sau bereits vier Karten der gerufenen Farbe, so ist mindestens ein Gegenspieler „farbfrei“ und kann die entsprechende Sau zusammenstechen. Kommt man also „unten heraus“, schenkt man den Gegnern nicht gleich die elf Punkte seiner Sau! Zudem ist es immer ein Heidenspaß, wenn eine Sau scheinbar gesucht, aber nicht ausgespielt wird, weil der Ausspieler „unten durch gespielt“ hat!

4 Kommentare

  1. Servus zusammen,

    bei unserer letzten Schafkopfrunde konnte folgende Situation nicht Regelkonform bewertet werden.

    Die Rufsau ist davongelaufen. Bei den drei letzten Karten kam der Davongelaufene als Ausspieler an die Reihe.

    Seine Karten waren neben der Rufsau nur noch zwei Karten der gleichen Farbe.Muß er nun die Rufsau ausspielen oder darf er auch eine seiner anderen Karten ausspielen, was bedeuten würde,daß er erneut davonlaufen könnte?

    Gruß

    Dieter

  2. Servus Dieter,

    der Davongelaufene ist in dieser konkreten Situation nicht verpflichtet, die Rufsau auszuspielen. Wenn er möchte, kann er noch ein zweites oder gar ein drittes Mal unten durch spielen! Grundsätzlich gilt, dass die Rufsau ihren speziellen Status verliert, nachdem vom Davonlaufen Gebrauch gemacht wurde. Das bedeutet, dass die Rufsau nach dem Davonlaufen auch geschmiert werden darf.

  3. Servus Dieter,

    das sehe ich genau so wie melvino. Nach dem Davonlaufen ist die Ruf-Sau eine Sau wie jede andere auch.

    Wollt noch hinzufügen: In der offiziellen Schafkopfordnung des Bayerischen Schafkopf-Vereins e.V., München ist das Davonlaufen nicht vorgesehen, wird aber vielerorts praktiziert.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*