Hat der angehende Schafkopf-Profi sich mit den für die Berechnung des Gewinns relevanten Grundbegriffen auseinandergesetzt, kann er sich nun mit der Gewinnberechnung selbst näher beschäftigen: Wenn es in einem Spiel keine Laufenden gab, weder geschossen noch gelegt und keiner Schneider oder Schneider Schwarz gespielt wurde, dann gelten die ganz normalen Grundtarife.

Bsp.: Wenn jemand ein Solo ohne Laufende spielt und mit 61 Punkten knapp gewinnt, dann bekommt er bei den Grundtarifen 10/50 von jedem Spieler 50 Cent. Wenn zwei Spieler bei einem Rufspiel mit 61 Punkten gewinnen, gewinnen sie von den beiden Verlierern jeweils den Grundtarif von 10 Cent.

Da es aber nur relativ selten der Fall ist, dass weder gelegt noch geschossen wurde und gleichzeitig keine Laufenden vorhanden waren, sowie keiner Schneider oder gar Schneider Schwarz gespielt worden ist, bleibt es nicht oft nur bei dem Grundtarif.

Beispiele für die Gewinnberechnung beim Schafkopf:


Beispiel 1

Ein Eichel Solo-Spieler hat fünf Laufende (Eichel Ober, Laub Ober, Herz Ober, Schellen Ober, Eichel Unter) auf der Hand. Die Grundtarife lauten 10/50. Er spielt seine drei Mitspieler Schneider Schwarz, und es wurde zweimal gelegt.

Die Berechnung seines Gewinns sieht dann wie folgt aus:

[50 Cent (Grundtarif) + 10 Cent (weil der Solo-Spieler seine Gegner Schneider gespielt hat) + 10 Cent (weil der Solo-Spieler seine Gegner Schwarz gespielt hat) + 50 Cent (weil der Solo-Spieler fünf Laufende auf der Hand hatte (10 Cent pro Laufenden)] * 2 * 2 (weil zweimal gelegt wurde) = [1,20 Euro] * 4 = 4,80 Euro pro Spieler

Das bedeutet, dass der Eichel Solo-Spieler bei einer derartigen Konstellation 4,80 Euro von jedem Spieler bekommen würde. Insgesamt also 14,40 Euro.

Beispiel 2

In einem Sauspiel haben die beiden Gewinner 6 Laufende (Eichel Ober, Laub Ober, Herz Ober, Schellen Ober, Eichel Unter, Laub Unter). Der Grundtarif für ein Rufspiel liegt bei 10 Cent. Die Verlierer sind Schneider, aber nicht Schwarz. Es wurde zweimal gelegt, es gab eine Bock-Runde und im Stock liegen 1,60 Euro.

[10 Cent (Grundtarif für ein Rufspiel) + 10 Cent (Schneider) + 60 Cent (6 Laufende, 10 Cent pro Laufenden)]Â * 2 * 2 (zweimal gelegt) * 2 (Bockrunde) = [80 Cent] * 8 = 6,40 Euro

Die Gewinner bekommen jeweils 6,40 Euro und dürfen sich den Stock untereinander aufteilen, soweit vereinbart wurde, dass der Stock von denen gewonnen wird, die ihr Rufspiel durchbringen. Insgesamt gewinnen sie also jeweils 7,20 Euro. Bei einem Rufspiel mit einem Grundtarif von lediglich 10 Cent wohlgemerkt!

Beispiel 1

Ein Spieler spielt einen Wenz ohne 3. Das bedeutet er hat lediglich den Schellen Unter. Er spielt also ohne 3 Laufende. Er gewinnt knapp mit 61 Punkten. Es wurde weder gelegt noch geschossen. Der Grundtarif für ein Solo wurde auf 50 Cent festgelegt:

[50 Cent (Grundtarif für Solo) + 30 Cent (weil der Wenz-Spieler ohne 3 gespielt hat, darf er für die drei obersten Trümpfe, die er nicht hatte, jeweils 10 Cent verlangen -> 30 Cent)] * 1 (da weder geschossen noch gelegt wurde) = 80 Cent

Anmerkung: Bei einem Solo ist es meist so, dass erst dann die Laufenden den Tarif erhöhen, wenn der Solo-Spieler mindestens drei von ihnen hat. Beim Wenz und beim Geier hingegen gilt, dass bereits zwei Laufende (Eichel Unter, Laub Unter bzw. Eichel Ober, Laub Ober) den Tarif in die Höhe schrauben. Aus diesem Grunde ist der Herz Ober, weil er die Reihe der Laufenden unterbrechen kann, in manchen Gefilden auch als „Bremser-Dirk“ bekannt…